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Kalter Kaffee macht schön! Das hat meine Oma immer gesagt, wenn ich mit verzogenen Mundwinkeln vor meiner Tasse mit kaltem Kaffee saß. Natürlich habe ich ihn dann getrunken, denn man verärgert seine Oma ja nicht. Ob ich davon schön geworden bin, kann ich euch leider nicht beantworten, aber ich trinke mittlerweile gern kalten Kaffee. Damit meine ich aber nicht den kalt gewordenen aus der Maschine oder einen leckeren Eiskaffee im Sommer, sondern eine seit einigen Jahren wieder in Mode gekommene besondere Zubereitungsart für Kaffee: den Cold Brew. Was das ist, wo der Cold Brew herkommt und wie man ihn macht, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

Was ist Cold Brew?

In vielen hippen Cafés und Bars kann man seit spätestens 2016 Cold Brew Kaffee genießen. Es gibt ihn sogar schon fix und fertig abgefüllt in coolen Designerflaschen als Top-Lifestyleprodukt. Das neue Trendgetränk heißt Cold Brew und ist mehr als nur kalter Kaffee. Cold Brew sollte man jetzt aber nicht mit Eiskaffee verwechseln, denn die Herstellungsmethode ist eine völlig andere. Der hippe kalte Kaffee wird nicht, wie man beim Namen denken mag, durch Aufbrühen und schon gar nicht mit heißem Wasser produziert, sondern mit kalten Wasser über viele Stunden extrahiert. Was dabei herauskommt, überzeugt. Cold Brew Kaffee hat ungefähr 70 Prozent weniger Bitterstoffe und Säuren als herkömmlich aufgebrühter Kaffee. Durch die extrem lange „Brüh“zeit entfalten sich wesentlich mehr Aromen des Kaffees. Je länger er steht, desto intensiver wird der Geschmack. Das könnt ihr soweit treiben, dass ihr den Kaffee dann später fast nur noch mit Eis und Wasser verdünnt trinken könnt.

Herkunft des Cold Brew Kaffee

Die Zubereitungsmethode des Cold Brew  ist gar nicht so jung wie der derzeitige Hype vermuten lässt. Schon im 17. Jahrhundert taucht die Methode des kalten Brühens zum ersten Mal auf. Holländische Händler haben die Methode ersonnen, weil sie nicht überall Hitzequellen zur Verfügung hatten, um sich Kaffee zu brühen. Das Experimentieren mit dem Extrahieren der Aromen einfach mit kalten Wasser brachte einen gar nicht so schlecht schmeckenden Kaffee hervor, der dem heiß aufgebrühten nach einigen Versuchen in nichts nachstand. Der Kaffee konnte auf Vorrat produziert, abgefüllt und dann verkauft werden.

Lange Zeit war dann die Methode des Cold Brew in Vergessenheit geraten und stattdessen wurden die Brühmethoden mit heißem Wasser bis ins Äußerste perfektioniert und automatisiert. Die Renaissance des kalten Kaffees begann dann erst in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts und erlebte ihren Durchbruch mit der Aufnahme des Cold Brew Coffees ins Sortiment der Kaffeeladenkette Starbucks im Jahre 2015. Seitdem zieht der kalte Kaffee durch die Bars, Cafés und in die Onlineshops.

Vorteile von Cold Brew Kaffee

Cold Brew ist nicht nur unglaublich schmackhaft, sondern vor allem sehr bekömmlich und magenfreundlich. Das liegt daran, dass durch diese Zubereitungsmethode weit weniger Bitterstoffe und Säure in das Kaltgetränk kommen. Wer also häufiger einmal mit Sodbrennen zu kämpfen hat, sollte statt des heißen Kaffees einmal den Cold Brew Coffee ausprobieren.

Ein zweiter Vorteil von Cold Brew Kaffee ist seine lange Haltbarkeit. Bis zu 14 Tage hält er sich abgedeckt im Kühlschrank. So könnt ihr den kalten Kaffee wunderbar auf Vorrat brühen.

Kalt gebrühter Kaffee ist aber auch ein prima Muntermacher. Zwar kursieren unterschiedliche Meinungen über den Koffeingehalt im Cold Brew im Gegensatz zum heiß zubereiteten Kaffee, aber unsere Erfahrungen stützen eher die These, dass im Cold Brew mehr Koffein enthalten ist.

Kalter Kaffee Nachteile

Wenn man es als Nachteil sehen möchte, dass der Kaffee kalt ist, dann gehört dieser Punkt in diesen Abschnitt. Doch probiert ihn einfach einmal, und entscheidet, ob das für euch einen Nachteil darstellt. Natürlich entfällt das angenehm wärmende Gefühl bei einer Tasse Kaffee, was man sonst gewohnt ist, aber das muss nicht unbedingt schlecht sein.

Ein wirklicher Nachteil ist die lange Zubereitungszeit. Wenn man nicht auf Vorrat produziert hat und einfach zum Kühlschrank gehen kann, dann fällt ein spontanes Kaffeekränzchen mit Freunden natürlich aus. Aber die Zubereitung kann ja schon ein Teil des Genusses sein und ein abends angesetzter kalter Kaffee kann Vorfreude auf den Genussmoment am Morgen wecken.

Cold Brew Coffee in zwei Gläsern

Die Zubereitung von Cold Brew

Es gibt nicht DIE EINE Methode, um Cold Brew zuzubereiten. Wir stellen euch eine von verschiedenen Möglichkeiten vor, die wir gerne anwenden. Ihr braucht auch kein großartiges Equipment, sondern eigentlich nur Kaffee, Wasser, ein Gefäß und jede Menge Geduld.

  • 100 Gramm frisch gemahlene Kaffeebohnen (oder gemahlener Kaffee, aber dann wird der Cold Brew nicht so intensiv)
  • 2 große Schüsseln
  • 1 Liter gefiltertes Wasser in Raumtemperatur (nicht gekühlt!)
  • Geschirrtuch und Kaffeefilter oder feines Sieb
  • Aufbewahrungsglas

Mischt das Wasser und den frisch gemahlenen Kaffee (möglichst mittlerer Mahlgrad) in einer Schüssel miteinander und rührt das Ganze gut durch. Nun deckt ihr das ganze mit einem Geschirrtuch ab und lasst die Mischung mindestens zehn Stunden ziehen. Ihr könnt die Schüssel in den Kühlschrank stellen, es ist aber nicht zwingend notwendig.

Nach der Stehzeit gießt ihr die Mischung durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter in die andere Schüssel ab. Den Kaffeesatz müsst ihr nicht wegwerfen. Lest einfach unseren Beitrag zur Verwendung von Kaffeesatz und vielleicht findet ihr unter unseren Tipps einen, der für euch funktioniert.Beim Kaffeefilter dauert es entsprechend lange. Wenn ihr ein Sieb verwendet, müsst ihr einen zweiten Abseihvorgang einleiten, bei dem ihr dann einen Kaffeefilter verwendet oder Küchenpapier ins Sieb legt.

Nun ist euer Cold Brew auch schon fertig und ihr könnt den kalten Kaffee zur Aufbewahrung in ein anderes Gefäß geben. Wir verwenden immer hohe Gläser mit einem Bügelverschluß. Dieser schließt luftdicht und so bleibt das Aroma des Kaffees auch über längere Zeit erhalten.

Welche Kaffeebohnen eigenen sich besonders gut für Cold Brew?

Wir haben natürlich  schon einige Experimente mit verschiedenen Kaffeebohnen gemacht, um den für uns perfekten kalten Kaffee zu finden. Am besten haben uns afrikanische Kaffees, zum Beispiel aus Äthiopien oder Kenia gefallen, denn sie haben schön fruchtige, nussige, aber auch schokoladige Noten. Ob ihr da unserer Meinung seid, müsst ihr durch Experimentieren wohl selbst herausfinden. Wichtig ist, dass ihr auf keinen Fall Espresso verwendet, sondern eine hellere Röstung. Außerdem sollte der Kaffee nicht zu fein gemahlen sein, sondern eher einen mittleren bis groben Mahlgrad haben.

Wie lange ihr den Kaffee stehen lasst, richtet sich ebenfalls nach eurem persönlichen Geschmack. Mindestens acht Stunden sollten es aber schon sein. Lasst ihr ihn 24 Stunden lang stehen (wir haben das natürlich ausprobiert) wird der Cold Brew sehr stark und sogar etwas zähflüssig. Selbst wir als harte Kaffeetrinker mussten diesen kalten Kaffee dann verdünnen. Das kann man mit Wasser, oder wie wir an diesem sehr heißen Tag, einfach mit Eiswürfeln machen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Experimentieren und beim Entdecken das Cold Brew Coffee, mit dem man übrigens auch tolle Kaffeespezialitäten und Kaffeecocktails machen kann. Doch dazu ein anderes Mal mehr.

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Cold Brew – kalter Kaffee in Perfektion
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